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Gendergerechte und barrierefreie Sprache verwenden?! Eine aktuelle Studie

Empfehlung Gendergerechte und barrierefreie Sprache verwenden?! Eine aktuelle Studie

Dokument - Info:
  • Anspruch: kennenlernen
  • Aufwand: 5 bis 15 Minuten
  • Zielgruppe: Öffentlichkeitsarbeit
Foto von Würfeln, die das Wort barrierefrei bilden, wobei die letzten beiden Silben halb weggedreht sind

Über die Vereinbarkeit von Barrierefreiheit und unterschiedlichen Methoden für eine gendergerechte Sprache gab es in den letzten Jahren viele Diskussionen, Tests mit Computerhilfsmitteln und Beiträge aus unterschiedlichen Nutzendenperspektiven. Im Netz existieren viele Leitfäden zur Verwendung gendergerechter Sprache von Behörden und Unternehmen, die unterschiedliches Vorgehen empfehlen.

In einer „Empfehlung zu gendergerechter, digital barrierefreier Sprache“ der Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik (BFIT) von August 2021 heißt es:

„Gendergerechte Sprache fördert Inklusion und Teilhabe durch sprachliche Wahrnehmung. Ziel der Erhebung ist die Erstellung einer Empfehlung im Kontext barrierefreier, schriftlich geplanter Kommunikation zur Verwendung von Asterisk und Doppelpunkt. Dies geschieht mit Hilfe des Einbezuges von Nutzer*innen digitaler, barrierefreier Anwendungen. Hierzu zählen Menschen mit Behinderungen und unterschiedlichen geschlechtlichen Identifikationen, unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht sowie binäre Personen.“

Wie die in der gendergerechten Sprache häufig genutzten Zeichen Asterisk (Genderstern) und Doppelpunkt von verschiedenen Sprachausgaben wie Jaws und NVDA oder bei mobiler Nutzung TalkBack oder VoiceOver vorgelesen werden entscheidet darüber, ob Barrieren für blinde und sehbehinderte Menschen in digitalen Texten entstehen.

Auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten kann eine gendergerechte Sprache das Lesen von digitalen Texten erschweren.

Dies sind nur zwei Beispiele für mögliche Barrieren bei Verwendung gendergerechter Sprache. Das BFIT hat daher die Barrierefreiheit gendergerechter Sprache in einer Studie untersucht. Neben einer technischen Prüfung auf Basis der internationalen Web-Richtlinien wurden Befragungen mittels leitfadengestützter Interviews durchgeführt.

Das BFIT kommt zu dem Ergebnis:

„Das Gendern berührt als sprachlicher Ausdruck in digitalen Anwendungen, Fragen der Freiheit und der Demokratie von Menschen mit Behinderungen. BFIT-Bund schließt sich der Expert*innen Meinung an und empfiehlt unter der Maßgabe ihres Auftrages nach §8 BITV, das Gendern mit dem Asterisk.“

Die detaillierten Ergebnisse der Studie finden sich in der folgenden Empfehlung: